Rummenigge kritisiert bayern-führung: milliarden-ausgaben gefährden erfolg
Karl-Heinz Rummenigge greift die aktuelle Führung des FC Bayern München scharf an. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende wirft der Vereinsführung unter Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic vor, durch übermäßige Ausgaben für Spielerberater den Erfolg des Klubs zu gefährden.
„Wir sind von diesem weg abgekommen“
In einem Interview mit der spanischen Zeitung AS kritisierte Rummenigge die hohe Dotierung von Spielerberatern. Er verweist auf die Äußerungen von Franz Beckenbauer, der immer betonte, dass Erfolg zwar entscheidend sei, aber auf einer soliden Basis stehen müsse. „Irgendwann ist der FC Bayern von diesem Weg abgekommen und hat zu viel in Gehälter und Provisionen für Berater investiert“, so der 70-Jährige.
Rummenigge sprach von einer astronomischen Summe von 1,347 Milliarden Dollar (1,17 Milliarden Euro), die im vergangenen Sommer an Berater gezahlt wurden. Vor fünf Jahren belief sich diese Summe noch auf 500 Millionen Dollar. „Das schadet unserem Sport sehr“, mahnte er. Er plädiert für ein Reglement, das die Entlohnung von Spielerberatern begrenzt, und schlägt vor, dass die Provisionen auf maximal fünf Prozent des Jahresgehalts des Spielers begrenzt werden sollten – aktuell liegen sie bei etwa zehn Prozent.
Die Kritik von Rummenigge ist nicht allein. Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte bereits zuvor die hohen Provisionen für Berater kritisiert. Die Äußerungen hatten zunächst Widerstand hervorgerufen, doch nun scheint sich die Debatte zu verschärfen. Rummenigge schließt juristische Mittel nicht aus, um das Problem anzugehen. Er fordert Gespräche zwischen Vereinen, Verbänden und Ligen, um eine Lösung zu finden.
Rummenigge befürchtet nicht, dass seine Kritik negative Folgen für den FC Bayern haben wird. „Der FC Bayern München ist kein Verein, den Spielerberater so einfach ignorieren können. Wenn wir nicht mehr mit einem Berater zusammenarbeiten wollen, hat das Konsequenzen.“

Ein milliardenloch
Die hohen Kosten für Spielerberater sind längst kein Geheimnis mehr. Doch die Dimension der Ausgaben zeigt die Problematik in einem neuen Licht. Experten schätzen, dass der FC Bayern allein im letzten Jahr mehr als 100 Millionen Euro an Provisionen an Berater gezahlt hat. Das Geld könnte laut Kritikern besser in den Kader investiert werden.
Die Diskussion um die Entlohnung von Spielerberatern ist nicht nur für den FC Bayern relevant, sondern für den gesamten Fußball. Rummenigge sieht eine generelle Problematik im Weltfußball. Es braucht dringend eine Lösung, um den Sport vor finanziellen Überlastungen zu bewahren. Die Frage ist, ob die Verantwortlichen bereit sind, die notwendigen Schritte zu unternehmen.
Der Aufsichtsrat des FC Bayern hat die hohen Ausgaben bereits im Jahr 2023 zur Sprache gebracht, was zum Entlassung von Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic führte. Die neue sportliche Führung unter Max Eberl und Christoph Freund soll nun die Kosten kontrollieren. Doch die Kritik von Rummenigge zeigt, dass das Problem tiefer geht als nur eine Frage der Kostenkontrolle.
Rummenigge ist sich der Konsequenzen bewusst: „Das schadet unserem Sport sehr.“
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