Trauer um karsten wettberg: münchen trauert um den 'könig von giesing'
Die Fußballwelt trauert um
eine Ikone: Karsten Wettberg, der charismatische Trainerlegende des TSV 1860 München, ist im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen. Sein Tod hinterlässt eine tiefe Lücke im Verein und in der Münchner Fußballszene.Karsten wettberg: mehr als nur ein trainer
Reinhard Franke, Sportreporter bei InselSport Nachrichten, erinnert in seinem Nachruf an die prägenden Begegnungen mit dem Mann, der für viele der "König von giesing" war. Wettberg war mehr als nur ein Trainer; er war eine Persönlichkeit, ein Mann von Emotionen, Ehrgeiz und einer ehrlichen Art, Fußball zu leben.
Franke recalls ein Gespräch aus dem Jahr 2017 im Café Münchner Freiheit, ein Treffen, das sich mehr wie ein gemütliches Beisammensein anfühlte als ein formelles Interview. "Sollen wir uns nicht neben Monaco Franze setzen? Dann bist du mit zwei Legenden hier," zitiert Franke Wettberg, der selbst für seinen schärfen Verstand und seine direkte Art bekannt war. Die Begegnung, die er mit dem verstorbenen Trainer hatte, ist ihm bis heute in Erinnerung geblieben.
Wettbergs Karriere war beeindruckend. Der Aufstieg von 1860 München in die zweite Liga 1991 nach neun Jahren in der Bayernliga, das 2:0 gegen Hessen Kassel – zweifellos das wichtigste Spiel seiner Trainerlaufbahn. Dazu kommen eine bemerkenswerte Serie von 54 Spielen ohne Niederlage und mehr als 50 Titel, die er im Laufe seiner aktiven Zeit gewann. Er trainierte unter anderem den FC Augsburg, den SSV Jahn Regensburg und die SpVgg Landshut.
Doch Wettberg war nicht nur auf dem Platz aktiv. Von 2007 bis 2008 war er Vizepräsident des TSV 1860 München. Schon 2006 wurde ihm für sein vielfältiges Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er war ein großartiger Mensch, der sich für andere einsetzte.
„1860 ist wie eine Droge. Dieser Verein ist so verrückt – du willst nie mehr davon loskommen. Ich bin stolz, ein Löwe zu sein“, zitierte Franke Wettberg. Diese Worte fassen seine tiefe Verbundenheit mit dem Verein perfekt zusammen.
Franke betont, dass der TSV 1860 München mit Wettberg weit mehr verliert als nur einen ehemaligen Trainer. Der Verein verliert ein Stück seiner Seele. Eine Begegnung in seinem Stüberl in Elsendorf, ein Marmorlöwe auf dem Fensterbrett – diese Bilder bleiben haften.
Wettberg war ein Mann der Prinzipien, der nicht um den heißen Brei herumredete. Er mischte sich ein, zeigte Haltung – auf und neben dem Platz. Er war eine Persönlichkeit, die auch im hohen Alter den Wettbewerb suchte. Seine Ehrlichkeit war manchmal unbequem, aber immer echt.
Der Tod von Karsten Wettberg hinterlässt eine tiefe Trauer bei allen, die ihn kannten und schätzten. Er war ein wichtiger Teil der Geschichte des TSV 1860 München und wird für immer in Erinnerung bleiben. Ein Verlust, der die Löwen tief berührt.
