Hamburgs olympia-trummler verstummt – münchen, köln und berlin im fokus

Die Hoffnung auf eine olympische Austragung in Hamburg ist geplatzte. Das deutliche Nein der Bevölkerung bei der jüngsten Bürgerbefragung beendet die Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) abrupt. Doch die Suche nach einem neuen deutschen Olympia-Bewerber geht weiter – und zwar mit einem neuen Fokus.

Die bühne wechselt

Während Hamburg 2015 bereits frühzeitig scheiterte, konzentriert sich der DOSB nun auf das Trio München, Köln/Rhein-Ruhr und Berlin. Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB, betonte: „Wir müssen uns ab dem 4. Juni genau anschauen: Was sind die Angebote, die uns gemacht werden.“

Die Frist für die finalen Konzeptionen der verbleibenden Bewerber ist denn auch gekommen. Eine Evaluierungskommission, bestehend aus Experten aus Sport und Politik – unter der Leitung von Sportministerin Christiane Schenderlein – wird die Pläne nun unter die Lupe nehmen. Eine Empfehlung für das IOC soll bis zum 26. September in Baden-Baden abgegeben werden.

Zahlen sprechen für sich

Zahlen sprechen für sich

Fricke ließ die Niederlage in Hamburg nüchtern betrachtet wissen: „Wir haben 19 positive Ergebnisse bei Referenden – 17 in NRW plus Kiel und München.“ Er räumte ein, dass das Ergebnis „Teil des demokratischen Prozesses“ sei, betonte aber gleichzeitig, dass die Aussichten auf den Zuschlag für 2036, 2040 oder 2044 „recht gut“ seien. Thomas Weikert, DOSB-Präsident, sah das Ergebnis nicht als Rückschlag. „Es ändert nichts an der Tatsache, dass die Menschen bundesweit mehrheitlich für Olympia und Paralympics in Deutschland sind.“

München im vorteil

München im vorteil

Die öffentliche Unterstützung spielt eine entscheidende Rolle – vor allem in München und den Metropolregionen NRW, die ihre Bürgerbefragungen mit deutlichen Zweidrittel-Mehrheiten gewonnen haben. Berlin hingegen setzte auf keine Bürgerbefragung, was als Minus angesehen wird. Der DOSB geht davon aus, dass das IOC die Spiele frühestens im kommenden Jahr entscheiden wird. Eine präzise Terminierung ist bislang nicht möglich.

Ein blick nach vorn

Ein blick nach vorn

Die Entscheidungslage ist klar: Hamburg ist aus dem Rennen. Die Konkurrenz um den deutschen Bewerbergewinn ist jetzt offen. Und es scheint, dass München die besten Karten hat – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Investition in die Infrastruktur in Bayern wird dabei sicherlich von Bedeutung sein. Ein Schachzug, der dem DOSB im Kampf um die Olympischen Spiele den entscheidenden Vorteil verschafft.”n