Sammer schockt: em-titel 1996 sieht keine wm-chancen für deutschland!
Ein Schock für alle Fußballfans: Matthias Sammer, Held des EM-Triumphes von 1996, hält die deutsche Nationalmannschaft vor der Weltmeisterschaft für nicht titelreif. Seine Worte sind ein deutliches Signal und werfen Fragen nach der aktuellen Ausrichtung des DFB auf.

Fehlende konsequenz und identität
„Die Mannschaft zählt zwar zur erweiterten Weltspitze, aber ich sehe immer wieder Dinge auf dem Platz, die nicht passieren dürfen, wenn man um den Titel mitspielen will“, so Sammer im Gespräch mit dem Stern. Sein Hauptkritikpunkt: Das Fehlen von Konsequenz. Deutschland kontrolliere zwar oft über weite Teile ein Spiel, aber bringe es nicht zu Ende. „Sie begnügt sich damit, eine Partie zu 80 bis 90 Prozent zu kontrollieren, wie zuletzt gegen die Schweiz und Ghana.“ Dann, so Sammer, sei plötzlich der Moment da, in dem der Sieg in Gefahr gerät – ein Muster, das ihm Sorgen bereitet.
Doch es geht Sammer um mehr als nur taktische Kleinigkeiten. Er vermisst eine „ureigene Identität“. Der deutsche Fußball war einst gefürchtet, vor allem wegen seiner defensiven Stabilität. „Aber die Kunst des Verteidigens ist uns abhandengekommen. Wir reden zu viel über die Schönheit des Spiels, über Ballbesitz – und zu wenig darüber, wie man es gewinnt.“ Es sei ihm zu viel um die „B-Note“, um eine akzeptable Leistung, statt um den entscheidenden Sieg.
Die Rückkehr von Manuel Neuer begrüßt der Europameister hingegen ausdrücklich. „Ich bin ein Verfechter des Leistungsprinzips“, betonte Sammer. „Der Beste soll spielen, und der beste deutsche Torhüter ist aktuell Manuel Neuer. Diese Aufregung, die jetzt um Oliver Baumann gemacht wird, ist doch lächerlich. Im Hochleistungssport muss man solche Entscheidungen akzeptieren.“ Neuer sei zudem ein dringend benötigter „Anführer“ auf dem Platz, eine Rolle, die in der aktuellen Mannschaft offensichtlich fehlt.
Die Aussagen von Matthias Sammer sind ein Weckruf für den DFB und die deutsche Nationalmannschaft. Es gilt, die Fehler zu analysieren, die Identität zurückzugewinnen und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Sieg. Denn eines ist klar: Wer im Fußball nicht kämpft, hat auch keine Chance.
