Afghans zurück im fußball – fifa entscheidet umstritten
Nach fast acht Jahren ohne internationale Spiele
dürfen die afghanischen Frauen endlich wieder auf dem Rasen stehen. Die FIFA hat einen überraschenden Weg für das Comeback der Nationalmannschaft freigemacht – und damit eine Kontroverse ausgelöst.Ein hoffnungsschimmer nach jahren der stille
Die Entscheidung des FIFA-Rates, die Registrierung der Mannschaft in Ausnahmefällen zuzulassen, ist ein entscheidender Schritt. Doch die Umstände, unter denen afghanistan seit Dezember 2018 keine Pflichtpartie mehr bestreitet, sind nach wie vor düster. Die Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 führte zu einem Verbot jeglicher Frauenfußballaktivitäten.
Viele talentierte Spielerinnen haben ihr Heimatland verlassen, auf der Flucht vor der Unterdrückung und der Zerstörung ihrer Träume. Khadida Popal, die ehemalige Kapitänin, sieht in der Rückkehr eine Stimme für Identität, Würde und Hoffnung. „Es ist ein Zeichen“, betont sie. „Ein Zeichen dafür, dass sich die Welt nicht abschotten möchte.“

Neuanfang im trainingslager in neuseeland
Das neu zusammengestellte Team wird vom 1. bis 9. Juni in Neuseeland ein intensives Trainingslager absolvieren. Die erste Generalprobe ist bereits terminiert: Ein Freundschaftsspiel gegen die Cookinseln. Ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger für den Wiederaufbau der afghanischen Fußballnationalmannschaft.

Fifa-präsident infantino lobt die entscheidung
FIFA-Präsident Gianni Infantino bezeichnete die Maßnahme als „wegweisend“ und einen „bedeutenden und beispiellosen Schritt“. Er betonte, dass die FIFA ihre Grundsätze in die Tat umsetzt, indem sie den Frauen die Möglichkeit gibt, für ihr Land zu spielen – und zwar unabhängig von politischen Umwälzungen. Es ist ein Signal, dass Sport eine universelle Sprache ist, die Überschneidungen kennt.

Olympia-ambitionen und der weg nach vorne
Die Qualifikation für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 ist bereits in vollem Gange. Doch auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles könnte ein realistisches Ziel sein. Die Flüchtlingsinitiative „Afghan Women United“ hat bereits wertvolle Vorarbeit geleistet, um das Team zu unterstützen und die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Rückkehr zu schaffen. Es ist ein langer Weg, aber die ersten Schritte sind getan – und das ist in dieser Situation alles, was zählt.
