Bochumer stadion-renovierung: stadt investiert 90 millionen – vfl bangt pacht-krise

Von Philipp Rentsch – Die Sanierung des Ruhrstadions in bochum steht kurz bevor. Bis 2029 soll die legendäre Spielstätte umfassend modernisiert werden – und die Stadt übernimmt dabei die Kasse mit rund 90 Millionen Euro.

Zweifel an der finanzierbarkeit und dem erfolg des vfl

Die Bausubstanz des Stadions ist angesichts der hohen Alterung in einem kritischen Zustand. Oberbürgermeister Jörg Lukat betonte unumgänglichkeit der Maßnahmen, stand aber dennoch vor der Herausforderung, die hohen Kosten zu stemmen. Die Stadttochter Gesellschaft für Sportstätten-Besitz und Betrieb GmbH (GSB) geht aktuell von mindestens 91,9 Millionen Euro aus. Ein erheblicher Teil dieser Summe dient allein dem Erhalt der bestehenden Bausubstanz, inklusive Brandschutz und moderner Technik.

Die Pläne sehen vor, das Stadion bis 2029 auf rund 28.000 Zuschauerplätze auszuweiten. Dabei sollen neue VIP-Bereiche sowie eine Fan-Plaza integriert werden. Allerdings ist die zusätzliche Kapazität größtenteils durch die Umwandlung von Stehplätzen in Sitzplätze entstanden – was die ohnehin angespannte Lage auf dem Ticketschmarkt weiter verschärfen könnte.

Pacht-vereinbarung mit dem vfl: ein risiko für bochum

Pacht-vereinbarung mit dem vfl: ein risiko für bochum

Ein zentrales Problem ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts. Die Pacht für den VfL bochum, der das Stadion mietet, wird an den sportlichen Erfolg des Vereins geknüpft. Dies bedeutet: Bei einem Abstieg in die dritte Liga wird die Pacht deutlich sinken – und die Stadt erwartet gleichzeitig einen höheren Betrag. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Stadt die Pacht marktgerecht festlegt.

Vfl-geschäftsführer kaenzig: „drei harte jahre“

Vfl-geschäftsführer kaenzig: „drei harte jahre“

VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig sieht die Sanierung als notwendigen Schritt, betonte aber auch die schwierige Situation des Vereins. „Wir könnten dies nicht stemmen und sind glücklich, dass die Stadt die Investition übernimmt“, erklärte er. Allerdings rechnet er mit signifikanten Einnahmeverlusten während der Bauphase – ein Risiko, das sich nicht unterschätzen lässt. Die Stadt plant, die Baumaßnahmen im laufenden Spielbetrieb durchzuführen, wodurch der VfL mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen haben wird.

Ob die Investition von 90 Millionen Euro sich für Bochum langfristig auszahlen wird, bleibt abzuwarten. Die Angelegenheit ist alles andere als eindeutig.”n ,n