Em 2024: var-kontroverse prallt auf dfb-team gegen ghana zurück
Stuttgart – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft könnte bei ihrem nächsten Länderspiel gegen Ghana am Montag (20.45 Uhr/ARD) böse Erinnerungen an die EM 2024 wachrufen. Schiedsrichter Stuart Attwell, der damals für die entscheidende Entscheidung im Viertelfinale gegen Spanien kritisiert wurde, leitet das Spiel in Stuttgart.

Handspiel-drama: attwell im zentrum der kritik
Es war die Begegnung gegen Spanien, die für Bundestrainer Julian Nagelsmann und viele Beobachter zu einem bitteren Erlebnis wurde. Im Stadion von Stuttgart hatte Attwell als Videoassistent ein Handspiel von Spaniens Marc Cucurella im eigenen Strafraum nach einem Schuss von Jamal Musiala nicht erkannt. Die Entscheidung löste Empörung aus, die Nagelsmann als „Wahnsinn“ bezeichnete. „Dass es dann keinen Elfmeter gibt – das kann ich nicht akzeptieren.“ Auch Ex-Kapitän Michael Ballack sprach von einem „klareren Handspiel gibt es nicht mehr im Fußball“.
Schiedsrichter-Experten argumentierten damals regelmäßig, dass die Entscheidung regeltechnisch vertretbar sei, da keine klare Absicht erkennbar war und der Schuss sehr hart gewesen sei. Patrick Ittrich, ein weiterer Unparteiischer, äußerte sich ähnlich: „Ich bin eigentlich auch eher bei Handspiel, aber es nicht das Handspiel, bei dem du ihn rausschickst, weil du keine anderen Bilder hast.“
Besonders bemerkenswert ist, dass Attwell bei dem EM-Achtelfinale gegen Dänemark assistierte, bei dem der Schiedsrichter Michael Oliver bei einer vergleichbaren Szene auf Elfmeter für Deutschland entschied. Diese Diskrepanz verstärkt die Kritik an Attwells Rolle bei der Entscheidung gegen Spanien.
Der 43-jährige Attwell ist seit 2009 FIFA-Schiedsrichter und war bereits bei der EM 2021 als VAR im Einsatz. Dies wäre sein erstes Länderspiel als Unparteiischer für die deutsche Nationalmannschaft. Die U21 und die U19 des dfb verloren jeweils eine Begegnung unter seiner Leitung.
Die Debatte um den VAR und seine Entscheidungen ist seit EM 2024 ein heiß diskutiertes Thema im deutschen Fußball. Die Frage, wie Technologie und menschliche Urteilskraft in Einklang gebracht werden können, bleibt ungeklärt. Die Ghana-Partie wird zeigen, ob sich die Erinnerungen an das spanische Viertelfinale wiederholen.
