Franziska Preuß: Gelassenheit, Verletzungen und ein möglicher Abschied vom Biathlon!
- Die biathlon-queen vor der saison: selbstbewusst und entspannt?
- Schockartige erholung: urlaub in thailand und ungewohnte pausen
- Handbruch und anpassungen am gewehr: ein rückschlag in der vorbereitung
- Top-form trotz trainingsrückstand: läuferisch stärker denn je
- Olympia-traum oder abschied? preuß offenbart ihre pläne
- Weisheit durch erfahrung: der umgang mit druck und leistung
Die biathlon-queen vor der saison: selbstbewusst und entspannt?
Die gebürtige Tegernseerin, Franziska Preuß (31), steht vor dem Beginn einer neuen biathlon-Saison in Östersund. Als amtierende Gesamtweltcupsiegerin und Weltmeisterin blickt sie anders auf die kommende Saison als in den Jahren zuvor. „Das Grundvertrauen in mein Leistungsvermögen ist größer“, gesteht sie im Gespräch mit SPORT BILD. Sie muss niemandem mehr etwas beweisen, weder sich selbst noch anderen. Diese neue Gelassenheit wird ihr sicherlich helfen, den Druck besser zu bewältigen und sich auf ihre Leistung zu konzentrieren.
Schockartige erholung: urlaub in thailand und ungewohnte pausen
Die Vorbereitung verlief alles andere als reibungslos. Nach den intensiven letzten Weltcupwochen, in denen Präzision gefragt war, folgte ein emotionaler Tiefpunkt im April. „Die ganze Anspannung fiel ab“, erklärt Preuß. Ein dringend benötigter Urlaub in Thailand folgte, gefolgt von einer ungewöhnlich langen Pause. Vier Wochen lang ging es kaum weiter als zum Joggen, und das Gewehr blieb ganze sechs Wochen unberührt. Diese ungewohnte Ruhe war jedoch wichtig, um neue Energie zu tanken.
Handbruch und anpassungen am gewehr: ein rückschlag in der vorbereitung
Kaum hatte sich die Motivation zurückgekehrt, schlug das Unglück zu. Bei den deutschen Meisterschaften am Arber stürzte Preuß auf die linke Hand und musste operiert werden. Ein herber Rückschlag, der die Vorbereitung erheblich störte. Um die Verletzung zu kompensieren, musste das Griffstück für das Stehendschießen angepasst werden, um die Belastung der Finger zu reduzieren. Zwei Monate lang war das Schießtraining eingeschränkt, doch jetzt spürt sie keine Einschränkungen mehr.
Top-form trotz trainingsrückstand: läuferisch stärker denn je
Trotz der Rückschläge beim Schießtraining fühlt sich Preuß sportlich fit. „Ich habe in meinem Leben schon so viel geschossen, dass ich das kompensieren kann“, sagt sie selbstbewusst. Sie hat intensiv an der Muskulatur gearbeitet und viel Trockentraining mit Halteübungen absolviert. Besonders erfreulich sind die Ergebnisse der Laufbandtests, die sogar besser ausfielen als in den Vorjahren. Das lässt auf eine starke Form im Langlauf schließen.
Olympia-traum oder abschied? preuß offenbart ihre pläne
Die Olympischen Winterspiele in Antholz im kommenden Februar stehen im Fokus. Die Anlage ist ihr wohlvertraut, mit idealer Höhenlage und guten Trainingsmöglichkeiten. Ein Olympiasieg wäre das i-Tüpfelchen ihrer Karriere, aber nicht das Entscheidende. „Ich betrachte meine Karriere schon jetzt als vollendet“, betont Preuß. Das Wichtigste für sie ist, „schöne Olympische Spiele zu erleben“ und ein „schönes Schlusskapitel in meinem persönlichen Olympia-Buch“ zu schreiben.
Weisheit durch erfahrung: der umgang mit druck und leistung
Nach einigen schwierigen Jahren hat Preuß gelernt, was im Leben wirklich zählt. Sie hat verinnerlicht, wie schnelllebig der Leistungssport ist und dass man kein schlechterer Mensch wird, wenn man einmal ein schlechtes Rennen zeigt. Die frühere Fixierung auf den Biathlonsport hat abgenommen. „Man muss lernen, sich nicht zu sehr davon definieren zu lassen“, so die Weltmeisterin. Ob sie nach Olympia ihre Karriere beenden wird, lässt sie offen. „Bis Februar richtet sich mein ganzer Fokus auf den Sport.“