Kwasniok verteidigt el mala: "perverser druck" auf junge stars

Kölns Trainer Lukas Kwasniok legt sich mit emotionalen Worten für seinen Flügelspieler Said El Mala mächtig in die Opferrolle. Der 19-Jährige steht im Fokus, nicht nur wegen einer möglichen DFB-Nominierung, sondern auch aufgrund eines angeblichen Wechselvertrags zur englischen Premier League.

„Durchbeleidigt“: kwasnioks kritik an der medienhypothek

„Durchbeleidigt“: kwasnioks kritik an der medienhypothek

„Wie soll’s dem Jungen gehen? Auf gut Deutsch gesagt ist das pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiert, was für einen Druck die aushalten müssen“, so Kwasniok. Die vermeintliche Wechselzusage an Brighton & Hove Albion, über die er zunächst nichts wusste, löste in ihm eine Welle der Empörung aus. „Am Ende kann irgendjemand etwas hinschreiben, behaupten, andere kopieren es, und ob das stimmt oder nicht, spielt gar keine Rolle“, kritisiert der Coach. Diese Berichterstattung führe dazu, dass El Mala „jetzt in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt wird – eine ganz, ganz tolle Entwicklung.“

Kwasniok bedauert die Entwicklung. Er räumt ein, dass Fußballer immer höhere Gehälter fordern, betont aber: „Ich glaube, dass wir alle mehr von Said hätten, wenn wir weniger darüber berichten würden.“ Der Fokus auf die persönlichen Lebensumstände der Spieler gefährde ihre Freude am Spiel. In den letzten Spielen habe El Mala zwar mehr gearbeitet, wie es Bundestrainer Julian Nagelsmann gefordert hatte, doch seine Dribblings seien weniger geworden.

Für das bevorstehende Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht El Mala wieder zur Verfügung. Nach einer kurzzeitigen Erkrankung ist er voll einsatzfähig.

Die hohe Erwartungshaltung und die ständige Beobachtung sind eine Bürde, die viele junge Spieler tragen. Kwasnioks Worte sind ein deutliches Zeichen, dass die Grenzen des Zumutbaren erreicht sind.