Matthäus kritischt nagelsmanns personalpolitik

Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler Deutschland, hat scharfe Kritik an der Personalpolitik von Bundestrainer Julian Nagelsmann geübt. Der 60-Jährige warf Nagelsmann vor, zu viel öffentlich zu diskutieren und somit gefährliche Signale an die Spieler zu senden.

Nagelsmanns plattform für deniz undav und leroy sané

Nagelsmanns plattform für deniz undav und leroy sané

Matthäus verstehe, dass Nagelsmann eine Startelf finden wolle, aber er müsse aufpassen, wenn er bestimmte Spieler als Reserve einstelle und dann öffentlich ihre Chancen auf den Startplatz dementiere. Als Beispiel nannte Matthäus Deniz Undav, der nach seinem Tor gegen Ghana nicht mehr in der Startelf zu sehen sein soll, wie Nagelsmann bekannt gab. Dieartige Plattform könne zum Bumerang werden, wenn sich ein Spieler verletzt und die Mannschaft darauf angewiesen ist.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Rolle von Leroy Sané, der trotz mäßiger Leistungen bei Galatasaray Istanbul in die WM-Auswahl nominiert wurde. Nachdem Sané im Stuttgarter Stadion mit Pfiffen bedacht wurde, sah Matthäus eine Mitschuld bei Nagelsmann, der mit seinen Aussagen dem Spieler keinen Gefallen getan habe und sich somit unglaubwürdig gemacht habe.

Matthäus kritisierte auch das Leistungsprinzip im DFB-Team, nach dem Spieler in ihren Vereinen möglichst viele Einsatzminuten benötigen sollten. Nun sitzen jedoch Spieler, die diese Kriterien erfüllen, auf der Bank, während andere, die sie nicht erfüllen, auf dem Platz stehen. Matthäus warnte Nagelsmann, dass dies irgendwann auf die Füße fallen könnte, wie zuletzt Leon Goretzka, der eine zentrale Rolle für die WM zugesagt bekam, obwohl er bei bayern München weit von einem Stammplatz entfernt ist.