Nagelsmann lässt undav kalt stehen: warum der stürmer auf der bank sitzt

Die deutsche Nationalmannschaft setzt auf Harry Kane. Doch warum bleibt der in Topform befindliche VfB Stuttgart-Stürmer Deniz Undav weiterhin ohne Chance im WM-Kader? Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärt seine Entscheidung nun in der ARD – und die Gründe sind komplexer als ein einfacher Qualitätsmangel.

Nagelsmann erklärt: undav müsste sich an rollen anpassen

Nagelsmann erklärt: undav müsste sich an rollen anpassen

Trotz 18 Toren in der Bundesliga und einer beeindruckenden Form saß Undav im Test gegen die Schweiz und gegen Ghana wieder auf der Bank. Nagelsmann begründet dies mit der taktischen Ausrichtung. „Deniz hat viele gute Aktionen in der Liga, wenn der Gegner schon ein bisschen müde ist, weil er einfach eine außergewöhnliche Kreativität hat. Und die geht so ein bisschen flöten, wenn er sehr viel im Spiel erstmal arbeiten muss.“ Der Bundestrainer betont, dass er klare Rollen definiert habe, denen sich die Spieler auch anpassen müssen. Eine Verschiebung dieser Rollen würde die Glaubwürdigkeit der Gespräche untergraben.

Nick Woltemade startet vorerst im Sturm, während Kai Havertz in der Schweiz die Spitze übernahm. Undav selbst bestätigte Nagelsmanns Auskunft: „Er hat mir gesagt, dass ich erst einmal nur Joker sein werde.“ Für ihn ist dies die erste Nominierung seit dem verpassten Final Four der Nations League im vergangenen Sommer. In sechs Länderspielen gelangen ihm bislang drei Treffer. Die Nachfrage nach dem blauen DFB-Trikot ist übrigens größer als nach dem pinken – ein Zeichen für die anhaltende Begeisterung der Fans.

Nagelsmanns Vorgehensweise mag umstritten sein, doch er setzt auf eine klare Struktur. Die WM wird ein Turnier, in dem es auf Disziplin und taktische Flexibilität ankommt. Undav muss zeigen, dass er sich in das System einfügen kann – sonst bleibt er wohl weiterhin ein verheißungsvolles Talent, das auf seine Chance wartet.