Neumann: nagelsmanns elefantenfußball weckt wm-hoffnungen!
Basel – Ein Feuerwerk, ein Ausrufezeichen, eine Erleichterung: Die deutsche Nationalmannschaft hat in Basel die Schweiz mit 4:3 bezwungen und damit eine deutliche Botschaft an die Welt gesendet. Julian Nagelsmanns Mannschaft zeigte eine Spielfreude, die seit Jahren im deutschen Fußball vermisst wurde, und ließ aufhorchen. Doch ist dieser Sieg wirklich der Beginn einer neuen Ära?
Die rückkehr des vertikalen passspiels
Lange Zeit wurde über den Mangel an Kreativität und dem fehlenden Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten in der Nationalmannschaft lamentiert. Nagelsmann scheint diese Probleme erkannt und mit einer klaren Strategie angegangen zu sein. Das Ergebnis war ein Spiel, das von schnellen Kombinationen, mutigen Pässen und einer beeindruckenden Flexibilität geprägt war. Besonders Florian Wirtz brillierte mit zwei Traumtoren und leitete immer wieder gefährliche Angriffe ein. Die Wiedervereinigung von Kai Havertz mit dem wiedererstarkten Wirtz und dem auf der Zehnerposition agierenden Serge Gnabry ließ aufblitzen, welches Potenzial in dieser Konstellation steckt.
Ein junger Debütant überzeugt: Lennart Karl, der im Laufe des Spiels eingewechselt wurde, zeigte ebenfalls eine beachtliche Leistung und sorgte für frischen Wind auf dem rechten Flügel. Sein Einsatzwillen und seine Technik waren beeindruckend und zeigten, dass in der deutschen Jugendfußballriege viel Talent schlummert, das es zu fördern gilt.

Defensive wackler – ein restrisiko
Trotz des überwältigenden Offensivspiels darf man die defensiven Schwächen nicht ignorieren. Die Innenverteidigung um Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck hatte Mühe, die schnellen Stürmer der Schweiz in Schach zu halten und leistete sich einige Ungenauigkeiten. Besonders die Fehlpässe vor den Gegentoren waren kostspielig und zeigten, dass hier noch Verbesserungspotenzial besteht. Nagelsmann muss hier weiterarbeiten, um die Defensive stabil zu machen und die Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden.
Das Spiel gegen Ghana am Montag in Stuttgart wird eine weitere Standortbestimmung sein. Die Ghanaians, die zuvor eine deutliche Niederlage gegen Österreich kassierten, werden sicherlich nicht einfach zu besiegen sein. Doch wenn die deutsche Mannschaft an ihre Leistung aus Basel anknüpft und ihre Chancen konsequent einkassiert, steht dem Sprung zu einer ernsthaften WM-Anwärterrolle nichts im Wege. Die Hoffnung keimt auf, dass in Mexiko, Kanada und den USA ein Top-Team auf die Welt trifft – ein Team, das nicht nur spielerisch überzeugt, sondern auch mental gestählt ist.
Die Leistung der Mannschaft in Basel war ein deutlicher Impuls, eine Initialzündung für das WM-Jahr. Es bleibt abzuwarten, ob diese positive Energie auch in den kommenden Spielen beibehalten werden kann. Aber eines ist klar: Die deutschen Fußballfans können sich auf eine spannende WM freuen und dürfen optimistisch in die Zukunft blicken. Der Elefantenfußball ist passé, der Mut zur Offensive ist zurückgekehrt.
