Olga kharlan:

Die ukrainische Fechterin Olga Kharlan ist eine der erfolgreichsten Sportlerinnen ihrer Nation. Mit insgesamt sechs olympischen Medaillen, darunter zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze, hält sie den Rekord für die meisten Medaillen in der Geschichte des ukrainischen Sports.

Kritik an ioc und ipc

Kritik an ioc und ipc

Kharlan kritisiert scharf das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) für ihre Behandlung von russischen und ukrainischen Sportlern in Zeiten des Krieges. Sie fordert Veränderungen in den Regeln.

„Es war hart, das zu verfolgen, als während einer Siegerehrung die russische Hymne gespielt wurde“, sagte Kharlan. „Ich habe den Ton abgedreht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie sich unsere paralympischen Athleten fühlen mussten.“

Kharlan beklagt, dass IPC-Präsident Andrew Parsons gesagt hat, es sei ihm egal, was russische Athleten vorher als Soldaten gemacht haben, und dass sie auch Russen zulassen würden, die im Krieg gegen die Ukraine verwundet wurden. „Das ist gegen die Satzung der Spiele“, warf sie ein.

Auch die Behandlung der ukrainischen Sportler hält Kharlan für diskriminierend. Sie berichtete, dass ukrainische Athleten aufgefordert wurden, ihre Flaggen abzuhängen, und dass Fans auch ihre Fahnen weggenommen worden seien. „Es ist schockierend, dass das Internationale Paralympische Komitee das zulässt“, meinte die Ukraine-Rekordlerin.

Kharlan mahnte, dass die Regeln klarer formuliert werden müssen, was politisch und was in Ordnung ist. Sie hofft, dass die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry in Zukunft die richtige Entscheidung trifft.

„Bis der Krieg nicht vorbei ist, sollten sie Russland nicht zurückkehren lassen“, betonte Kharlan. Sie hofft, dass die Russen nicht an den Olympischen Sommerspielen 2028 teilnehmen dürfen, wenn der Konflikt noch andauert.

Das IOC habe sich den russischen Propaganda geöffnet, indem es einen ukrainischen Athleten, Vladyslav Heraskevych, disqualifiziert habe, weil er einen Helm tragen wollte, auf dem Sportler zu sehen waren, die während der russischen Attacken getötet worden waren. „Das zerstört wirklich den Glauben an die Gerechtigkeit“, sagte Kharlan.

Olga Kharlan wird in Kürze Mutter. Sie erwartet ihr erstes Kind mit ihrem Lebensgefährten Luigi Samele. Ob sie danach in den Sport zurückkehrt, hält sie sich offen.

Die Zahlen der ukrainischen Sportler, die im Krieg getötet worden sind, sind alarmierend. „Die Toten zählen jetzt über 700“, sagte Kharlan. Auch die Sportinfrastruktur in der Ukraine ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Über 400 Stadien, Sporthallen und Arenen sind beschädigt worden.

Kharlan lebt derzeit in Italien, wo sie mit ihrer Schwester und deren Sohn untergekommen ist, um vor dem russischen Angriff 2022 zu fliehen. Die Reise dorthin war damals eine 24-Stunden-Fahrt.