Safe sport: bundesregierung schafft zentrale stelle gegen gewalt im sport
Kassel – Die bundesregierung und die Länder haben die Gründung eines zentralen Zentrums für Safe Sport beschlossen. Ziel ist es, Intervention, Prävention und Aufarbeitung von Gewalt im Sport bundesweit zu bündeln. Die Entscheidung fiel auf der 53. Sportministerkonferenz in Norderney.

Zentrum für safe sport soll gewalt im sport eindämmen
Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein, betonte, dass das Zentrum einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit und zum Vertrauen im Sport leisten soll. Es soll ab Herbst seine Arbeit aufnehmen und ab Mitte 2027 im Regelbetrieb laufen. Die Einrichtung ist ein Reaktion auf wiederholte Vorfälle von häuslicher und sexueller Gewalt im Sport.
Das Zentrum wird Fälle von Gewalt unabhängig und detailliert aufarbeiten und über Sanktionsmöglichkeiten verfügen. Athleten Deutschland begrüßt den Beschluss ausdrücklich. „Der wirksame Schutz von Menschen im Sport sollte nicht freiwillig sein“, forderte der Geschäftsführer von Athleten Deutschland, Johannes Herber. Er plädiert dafür, dass Verbände ihre Untersuchungs- und Sanktionsbefugnisse an das Zentrum übertragen.
Die Initiative ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Herber mahnte, dass die Bundesregierung ihre staatliche Schutzpflicht wahrnehmen müsse. Auch die Länder sehen die Verantwortung der Vereine, die rechtlichen Grundlagen für Untersuchungen zu schaffen. Die neue Einrichtung ist ein wichtiger Schritt – doch die eigentliche Herausforderung bleibt die Veränderung der Kultur im Sport. Ein Schritt, der längst überfällig war.
