Super league-spielpläne: frühzeitige festlegung wirft fragen auf
Die Swiss Football League (SFL) hat überraschend frühzeitig die Spielpläne für die zweite Phase der Super League veröffentlicht – und damit eine ungewöhnliche Situation geschaffen. Noch vor dem letzten Spieltag der regulären Saison steht die Zusammensetzung von Championship und Relegation Group fest, ein Umstand, der seit der Einführung des neuen Modus so nie vorgekommen ist. Doch hinter der vermeintlichen Planer-Freude verbergen sich auch einige Ungleichgewichte und Altlasten, die die Fairness der Liga in Frage stellen könnten.

Ein glücksfall für die planer – oder doch nicht?
Für die Spielplaner der SFL ist die vorzeitige Festlegung der Gruppen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erleichtert es die Organisation der weiteren Spiele, da die Heimrechtsverteilung nun klarer kalkuliert werden kann. Der „Schotten-Modus“ hatte ja bereits bei seiner Einführung einige logistische Herausforderungen mit sich gebracht. Die Idee, dass die Teams in den ersten 33 Runden dreimal gegeneinander spielen und danach die Heimrechte nach dem Prinzip der bisherigen Auslosungen vergeben werden, klingt im Prinzip logisch. Aber die Realität sieht oft anders aus.
Doch was ist mit den Altlasten? Während alle Teams in dieser Saison 19 Heimspiele austragen werden, um eine möglichst faire Verteilung zu gewährleisten, konnten andere Mannschaften in der Vorsaison deutlich von einem Vorteil profitieren. Der FC St. Gallen kam beispielsweise nur auf 18 Heimspiele, während der FC Lausanne-Sport stolze 20 Partien vor heimischem Publikum bestreiten durfte. Ein Nachteil, der sich finanziell bemerkbar macht und den FC St. Gallen benachteiligt hat. Auch in der aktuellen Saison gibt es Ungleichgewichte, bei denen nicht bei jeder Begegnung beiden Teams die gleiche Anzahl an Heimspielen gewährt werden konnte. So hat der FC Basel sechs Mal gegen Servette in Basel gespielt, während in Genf lediglich viermal gespielt wurde. Ähnlich sieht es bei den Duellen zwischen dem FC Lausanne-Sport und dem BSC Young Boys aus.
Die Hoffnung, dass diese Ungleichgewichte durch die Planung der kommenden Saison ausgeglichen werden können, hängt stark davon ab, ob die beteiligten Teams den Klassenerhalt schaffen. Denn nur dann könnten die verbleibenden Spiele genutzt werden, um die Altlasten auszugleichen. Ein Szenario, das angesichts der aktuellen Tabellenstände eher unwahrscheinlich erscheint.
Die Tatsache, dass gleich drei Teams – FC Lugano, BSC Young Boys, FC Lausanne-Sport und FC Luzern – in allen vergangenen Saisons in derselben Tabellenhälfte spielten und die Begegnungen zwischen dem FC Winterthur und dem FC Zürich in der Vergangenheit besonders häufig stattfanden, zeigt, dass die Liga seit Jahren mit einer gewissen Ungleichgewichtigkeit zu kämpfen hat. Es ist an der Zeit, dass die SFL diese Probleme ernst nimmt und für eine fairere Verteilung der Heimspiele sorgt – nicht nur für die Planer, sondern vor allem für die Fans und die teilnehmenden Teams.
