Wellbrock triumphiert erneut: Zweiter EM-Goldgewinn im Freiwasser

Paris – Florian Wellbrock hat bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris seine beeindruckende Form unter Beweis gestellt und zum zweiten Mal Gold gewonnen. Nach dem Sieg über zehn Kilometer am Dienstag sicherte er sich nun auch über fünf Kilometer den Titel, was ihn sichtlich überraschte.

Sprachloser Erfolg nach schwieriger Saison

„Mich macht das alles ein bisschen sprachlos“, gestand Wellbrock nach seinem Sieg in 55:40,2 Minuten. Er betonte, dass der Erfolg umso spektakulärer sei, wenn man bedenke, dass er dieses Jahr teilweise mit den Damen trainieren musste, da er bei den Männern zu langsam war. Er rätselte über den Ursprung seines Leistungssprungs.

Auch sein zweites Rennen in Paris dominierte Wellbrock von der zweiten Runde an und ließ die Ungarn David Betlehem (55:42,6) und den Italiener Gregorio Paltrinieri (55:44,7) hinter sich. Das Rennen war hart, und Wellbrock musste mehrere Angriffe abwehren.

Bedenken um die Wasserqualität der Seine

Bedenken um die Wasserqualität der Seine

Die Schwimm-Europameisterschaften in Paris finden in der Seine statt, wobei die Wasserqualität weiterhin ein Problem darstellt. Nach den Olympischen Spielen sollen auch bei der EM Wettbewerbe im Fluss ausgetragen werden. Bundestrainer Bernd Berkhahn erklärte, dass die Bedingungen am Wettkampftag rauer waren als am Vortag, mit mehr Wind und Regen.

Wellbrock ließ sich jedoch weder von den Wetterbedingungen noch von seinen Gegnern beeindrucken. Berkhahn berichtete, dass das Training aufgrund von Krankheiten und Formschwächen im Winter und Frühling umgestellt wurde, um Wellbrock zu erholen.

Mentalarbeit als Erfolgsfaktor

Mentalarbeit als Erfolgsfaktor

Neben dem Training hat Wellbrock auch an seiner Einstellung gearbeitet. Er gab an, viel Mentalarbeit mit einer Psychologin geleistet zu haben, der er sehr dankbar sei. Diese Arbeit habe sein Mindset verändert.

Leichtigkeit nach Tokio

Leichtigkeit nach Tokio

Nach seinem Freiwasser-Olympiasieg im Jahr 2021 fiel es Wellbrock schwer, wieder zu trainieren und Motivation zu finden. Er hatte das Gefühl, eine lästige Pflicht zu erledigen. Er betonte, dass Sport zwar wichtig sei, aber nicht das Wichtigste im Leben. Diese Erkenntnis habe ihm in den letzten zwei Jahren geholfen.

Mit fast 29 Jahren scheint Wellbrock zu einer bislang ungekannten Leichtigkeit gefunden zu haben. Er strebt weitere Erfolge an und startet noch im Knockout-Sprint am Freitag und in der Staffel am Samstag. Wellbrock träumt davon, die vier Goldmedaillen von Singapur zu wiederholen, mahnt aber zur Bescheidenheit.

Nach seinen Erfolgen sehnte er sich vor allem nach einer Mahlzeit: Burger mit Pommes.