Wm-sturz zürich: ermittlungen eingestellt – fragen bleiben

Anderthalb Jahre nach dem tragischen Unfall von Muriel Furrer (†18) bei der Straßenrad-WM in Zürich hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Eine Enttäuschung für die Familie und die Radsportwelt. Das Ergebnis: Keine strafrechtliche Verantwortung für die Organisation oder die Streckensicherung.

Keine schuldspruch: 85 minuten zwischen sturz und rettung

Keine schuldspruch: 85 minuten zwischen sturz und rettung

Die junge Schweizerin war bei dem Juniorinnen-Rennen in einer Abfahrt von der Strecke abgekommen und landete im Wald. Das dramatische Detail: Die Rennleitung bemerkte den Sturz nicht sofort. Erst nach dem Rennen wurde die 18-Jährige vermisst. Zwischen dem Sturz und der Rettung vergingen laut Staatsanwaltschaft 85 Minuten – eine Stunde und 25 Minuten, um genau zu sein.

Die UCI bestätigte damals den Tod von Muriel Furrer und sprach von einer Fahrerin mit großer Zukunft. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma forderte sie am nächsten Tag im Universitätsspital Zürich. Eine Tragödie, die die Radsportgemeinschaft erschütterte.

Warum wurde sie nicht früher gefunden? Die Staatsanwaltschaft begründet dies mit ihrer Lage im Unterholz und der fehlenden GPS-Tracking-Ausrüstung an den Fahrrädern. Diese Transponder sind im Radsport generell selten. Eine Pflicht zur Nutzung gibt es nicht. Die WM wurde auf Wunsch der Familie fortgesetzt, wobei die Sicherheitsvorkehrungen im Waldstück verstärkt wurden. Mehr Ordner, Matten an den Bäumen und ein großes Banner zur Warnung vor einer Linkskurve waren die Folge.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft wirft Fragen auf. Könnte mehr getan worden sein? Die Antwort bleibt aus. Für die Familie Furrer bleibt die Frage, warum eine so vielversprechende Karriere so abrupt endete. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt.