Wolfsburg kämpft sich zurück: moralstärke entscheidet gegen union!

Ein wilder Nachmittag in Wolfsburg: Die Damen des VfL haben gegen Union Berlin einen Punkt erkämpft – und das in Unterzahl! Nach einem Spiel mit zahlreichen Wendungen und einer überraschenden Torhüterin bewiesen die Wölfinnen eine bemerkenswerte Moral, die nun Hoffnung für das Rückspiel in Lyon macht.

Kapitänin minge in der ungewöhnlichen rolle des keepers

Kapitänin minge in der ungewöhnlichen rolle des keepers

Die Ausgangslage war klar: Ein Sieg gegen Union Berlin hätte zwar den Rückstand auf Bayern München nicht entscheidend verringert – elf Punkte wären es bei fünf verbleibenden Spielen geblieben – doch die Art und Weise, wie dieser kampfgeist demonstriert wurde, ist nun die eigentliche Geschichte. Besonders in der Schlussphase zeigte sich, was in der Mannschaft steckt.

Stephan Lerch, der Trainer, war sichtlich erleichtert und stolz: "Die Moral – gerade zum Ende hin – kann ich nicht hoch genug hängen." Seine Spielerinnen reagierten nicht nur auf Camilla Küvers Eigentor und den Patzer, der zum 1:3 führte, sondern vor allem auf den Platzverweis von Torhüterin Stina Johannes unmittelbar nach dem späten Anschlusstreffer mit beeindruckender Entschlossenheit.

Ein Moment des absoluten Chaos herrschte, als Johannes ihre Mannschaft verlassen musste. Da Lerch keine Auswechselspieler mehr zur Verfügung hatte, übernahm die Kapitänin Janina Minge die Rolle des Torwarts. Minge, die zuvor noch mit einem sehenswerten Volley zum 1:1-Pausenstand brilliert hatte, war plötzlich zwischen den Pfosten gefragt. "Die Handschuhe haben zum Glück gut gepasst", scherzte sie im Nachgang.

Die zehnminütige Nachspielzeit verlief erstaunlich ruhig für die improvisierte Torhüterin: "Aber ich habe zumindest keine Angst vor dem Ball, von daher hätte ich mich in jeden Schuss reingeworfen." Diese Aussage unterstreicht den unbedingten Willen der Mannschaft, die sich den Umständen gestellt hat.

Es ist nicht nur der Punkt, der zählt, sondern die Erkenntnis, dass Wolfsburg einen unglaublichen Teamgeist besitzt. "Es zeigt wieder, dass wir einen unfassbaren Teamgeist in der Mannschaft haben, dass wirklich jede bis zum Ende daran glaubt, dass wir auch ein bisschen unvorhersehbare Dinge lösen können." Diese Worte der Spielführerin Minge geben Anlass zur Hoffnung vor dem wichtigen Viertelfinal-Rückspiel in Lyon. Der Sieg in München bleibt zwar ein fernes Ziel, doch die Moral und der Zusammenhalt der Wölfinnen sind nun unbestreitbar gestärkt.