Odermatt krönt sich zum fünften mal zum sportler des jahres – und spricht über seinen wandel
Marco Odermatt, der unangefochtene König des Skilaufs, hat bei den Sports Awards erneut den Titel «Sportler des Jahres» errungen. Fünfmal in Folge! Doch hinter der souveränen Siegesrede verbirgt sich mehr als nur sportlicher Erfolg – ein Wandel in seiner Rolle und ein ehrlicher Blick auf die Konkurrenz, insbesondere auf den aufstrebenden Franjo von Allmen.
Der teamgeist übertrifft olympische träume
Die Olympischen Spiele in Peking bleiben für Odermatt zwar ein unvergessliches Erlebnis, auch wenn die Medaillen nicht im erwarteten Umfang blieben. «Natürlich hätte ich mir auch bei Olympia Gold erkämpfen wollen, aber das ist eben kein Wunschkonzert», gab der Gesamtweltcupsieger pragmatisch zu. Ein Satz, der viel über seine Einstellung verrät: Sport ist mehr als nur persönliche Triumphe. Es geht um das Team, um die gemeinsame Leistung.
Interessant ist dabei die dynamische Entwicklung innerhalb des Schweizer Speed-Teams. Wo Odermatt einst als der junge Herausforderer galt, hat er sich nun zu einer Art Mentor entwickelt. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern eine bewusste Fortsetzung der Werte, die Beat Feuz hinterlassen hat. «Es sind ja nicht nur Franjo und ich im Team. Seit Beat Feuz hat es sich in den letzten Jahren so ergeben, dass die Älteren den Jungen helfen», erklärte Odermatt mit einem Augenzwinkern.
Die Leistungen von Franjo von Allmen sind für Odermatt dabei kein Ärgernis, sondern ein Ansporn. «Franjos Leistungen spornen mich an, auch im Training weiterhin Vollgas zu geben», so der 28-Jährige. Er spricht von einem gegenseitigen Schub, einer gesunden Rivalität, die beide Athleten vorantreibt. Die teaminterne Konkurrenz wird somit nicht als Belastung, sondern als zusätzliche Motivation wahrgenommen.
Und da ist noch dieser bemerkenswerte Wandel in der Team-Hierarchie. Odermatt, einst der «Lausbub», der junge Rebell, grinst: «Jetzt bin ich langsam aber sicher der Papa im Team, ich bin nicht mehr der Lausbub wie noch vor ein paar Jahren.» Ein selbstironischer Kommentar, der die Reife und Führungsrolle des Ausnahme-Skirennläufers unterstreicht. Die Schweizer Speed-Szene erlebt eine goldene Ära – geprägt von Talent, Teamgeist und der Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Wie odermatt die konkurrenz nutzt, um seine eigene leistung zu steigern
Die Geschichte von Marco Odermatt ist ein Lehrbeispiel dafür, wie man sportliche Rivalität in eine positive Energie umwandeln kann. Anstatt sich von der Konkurrenz einschüchtern zu lassen, nutzt er sie als Katalysator für seine eigene Entwicklung. Ein Beweis für seinen außergewöhnlichen Charakter und seine mentale Stärke. Und die Skigemeine kann sich darauf verlassen: Odermatt wird weiterhin alles geben, um seine Dominanz im Skilauf zu festigen – und dabei sein Team stets mitzunehmen.
