Italienischer fußball stürzt ab: gravina tritt zurück – und die nation fordert erneuerung
Der italienische Fußball befindet sich in einer tiefen Krise. Nach dem dritten WM-Qualifikationsaus in Folge ist Verbandspräsident Gabriele Gravina zurückgetreten. Die Entscheidung folgt auf wochenlange Kritik und dem Druck von Politik und Fans.

Italienische fußball-apokalypse: das system bröckelt
Die Entlassung des langjährigen Präsidenten ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Pleite der Squadra Azzurra wirft massive Fragen auf – nicht nur über die sportliche Leistung, sondern auch über die strukturellen Mängel des italienischen Fußballverbandes (FIGC).
Die Kritik ist lautstark. Ehemalige Nationalspieler wie Fabio Capello sprechen von einer „sportlichen Tragödie“ und einer „Schande“ für den italienischen Fußball. Seine Worte hallen nach dem enttäuschenden Ausscheiden in den Play-offs gegen Bosnien und Herzegowina wider. Die Niederlage, die nach einer 0:1-Pleite zu Hause und einem 4:1-Auswärtssieg in Bosnien und Herzegowina kam, symbolisiert eine tieferliegende Problematik.
Die Konsequenzen sind unmittelbar: Gravina, seit 2018 im Amt, trat nach einem kurzfristig einberufenen Meeting zurück. Die Nachfolge soll bereits am 22. Juni während der Weltmeisterschaft in Nordamerika geregelt werden. Parallel dazu unterzeichneten 40 Senatoren aus Regierung und Opposition einen Antrag, der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auffordert, sich um die Zustände im italienischen Fußball zu äußern.
Die Forderungen nach Veränderungen sind laut. Ein konkreter Vorschlag von Senatspräsident Ignazio Larussa sieht vor, dass Serie-A-Vereine mindestens vier italienische Spieler über die gesamte Spielzeit einsetzen müssen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sieht die politische Einflussnahme als Kernproblem an. „Italien sollte sich fragen, warum es eine der schlechtesten Fußballinfrastrukturen Europas hat“, so Ceferin.
Finanzielle Probleme in den oberen Ligen, veraltete Stadien und eine geringe Anzahl an U-23-Teams sind weitere Herausforderungen. Der Wettbewerb um Talente in der Serie A ist stark, doch viele dieser Talente finden kaum Einsatz. Die Spieler müssen sich daher im Ausland nach Möglichkeiten umsehen. Die Situation zeigt, dass ein Wiederaufbau des italienischen Fußballs ein langwieriger Prozess sein wird. Die Frage ist, ob Italien seine frühere Größe wiedererlangen kann.
Die WM-Qualifikation ist vorbei. Jetzt beginnt die bittere Arbeit der Neuausrichtung. Der Weg zurück an die Weltspitze wird steinig.
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